Symposium der Landesakademie 2017

Am 30. Juni 2017 veranstaltete die Landesakademie für öffentliche Verwaltung ihr jährliches Symposium für die Führungskräfte der Landesverwaltung.

Etwa 130 Teilnehmende waren zum diesjährigen Symposium der Landesakademie erschienen, um einen Blick in die Arbeitswelt der Zukunft zu wagen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf Führung und Lernen zu diskutieren.

Den Einstieg präsentierte die Theatergruppe der 11. Klasse des Kurses „Darstellendes Spiel“ des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Königs Wusterhausen. Die jungen Schülerinnen und Schüler stellten auf der Bühne ihre Sicht auf die Digitalisierung dar. Beispielsweise zeigte ein „DNA-Berufserkennungstest“, wie die Berufswahl einmal aussehen könnte und welche Schwierigkeiten damit entstehen oder welche Auswirkungen die Überwachung in allen Lebensbereichen haben kann.

Schülertheater 3 Personen Schülertheater 1 Person

 

                                                                                                                                                                                                                                                                            Kai Arne Gondlach, Zukunfts- und Trendforscher sowie Impulsredner der Podiumsdiskussion, zeichnete in seiner Keynote „Zukunftsmusik - Die Arbeitswelt im digitalen Wandel“ Trends und Treiber der digitalen Entwicklung der nächsten 10 Jahre und darüber hinaus auf. Die Digitalisierung gebe das Tempo vor und die Arbeitgeber müssten sich schon im Jahr 2025 aufgrund der erwarteten Beschäftigungslücke von 3,5 Millionen fehlenden Arbeitskräften geeignete Strategien überlegen, wie sie zukünftig passende Arbeits- und Fachkräfte anziehen und an sich binden wollen. „Caring Companv“, die sich um alle Aspekte des Wohlbefindens der Mitarbeitenden sorgt bzw. „Fluide Unternehmen“, die sich auf hochqualifizierte und stark nachgefragte Projektarbeit und Arbeitnehmer spezialisieren, die oft und gern ihr Betätigungsfeld wechseln, seien hier neue Aspekte. Sein abschließendes Statement, dass irgendwann zwischen 2029 und 2090 der Tag kommen werde, an dem ein Computer intelligenter sei als ein Mensch und es deshalb viel wichtiger sei, anzufangen darüber nachzudenken, wie wir leben wollen, wenn wir nicht mehr die intelligenteste Spezies auf dem Planeten sind, stimmte nachdenklich.

 Kai Arne Gondlach

In der anschließenden Podiumsdiskussion befürwortete Beate Lohmann vom Bundesinnenministerium Gondlachs Forderung nach einem Perspektivwechsel, dass sich nicht das Regelwerk sondern die Rahmenbedingungen ändern sollten. Sie strich drei Kernelemente von Teams heraus: Verantwortung für das Handeln zu übernehmen, gegenseitigen Respekt und Vertrauen. Außerdem befürworte sie die Beförderung des Gemeinsinns gegenüber vielfach herrschendem Fachegoismus. Dem schloss sich Abteilungsleiter Jörg Wollny vom Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg an. Gerade im IT-Planungsrat wäre dies vielfach spürbar. Außerdem bestehe nach seiner Aussage die Chance einer echten zentralen Steuerung durch den IT-Planungsrat, da auch eine zentrale Finanzierung vorgesehen sei.

 Podiumsdisskusion

Prof. Dr. Sabine Remdisch von der Leuphana Universität Lüneburg machte in ihrem Vortrag deutlich, was „Digital Leadership - Führung im Zeitalter der digitalen Transformation“ bedeutet. Sie verwies darauf, dass die digitale Arbeitswelt ihre eigenen Führungsgesetze habe und Netzwerk, Community, Empowerment der Mitarbeitenden, Design Thinking und Leading Innovation zum neuen Führungsvokabular gehörten. Dies bedeute zugleich drei neue Aufgaben, denen sich Führungskräfte stellen müssten: Sie müssen Netzwerke moderieren können, Visionen vermitteln und mit Visionen führen können, sowie sich als Coach gegenüber ihren Mitarbeitenden verstehen.

Blick ins Puplikum

Blick ins Puplikum 2

Abschließend unternahm Dr. Lutz Goertz mit seinem Vortrag „Digital Learning – Kompetenzentwicklung & Qualifizierung zwischen Clouds & Co“ in Anlehnung an Theodor Fontane eine kurze Wanderung durch die Landschaft der neuen E-Learning-Formen. Dabei zeigte er die Vielfalt digitaler Lernformen vom Blended Learning über Virtuell Classrooms, MOOCs bis hin zu Social Networks und Wikis auf und warf einen Blick auf deren Bedeutung und Anwendung in der Zukunft.

Jörg Wollny, Andreas Donderski, Beate Lohmann, Kai Arne Gondlach

Kontakt: Diana Schönwelski, Tel. 03375 672-501

Letzte Aktualisierung: 26.07.2019